NVIDIA hat den Listenpreis der RTX PRO 6000 Blackwell binnen anderthalb Jahren nahezu verdoppelt. Die Karte ist damit ein gut dokumentiertes Beispiel dafür, wie stark die Lage am Speichermarkt inzwischen auf Grafik- und Beschleunigerkarten durchschlägt.
Die Preisschritte
Zum Marktstart Anfang 2025 lag die Karte bei rund 8.565 US-Dollar. Im Juni 2026 hob NVIDIA den Preis auf 13.250 US-Dollar an, im August 2026 auf 16.000 US-Dollar. Gegenüber dem Startpreis sind das rund 87 Prozent, bei unveränderter Technik: gleiche GPU, gleiche 96 GB GDDR7, gleiche 1.792 GB/s Speicherbandbreite.
NVIDIA hat keine der beiden Anhebungen öffentlich begründet. Veröffentlicht sind ausschließlich die Preise der Workstation Edition. Für die Max-Q Workstation Edition und die Server Edition nennt NVIDIA keine separaten Listenpreise, entsprechend weit gehen die Angebote im deutschen Handel auseinander.
Der Speicher macht den Preis
Die 96 GB GDDR7 entstehen im Clamshell-Design aus 32 Modulen zu je 3 GB. Das ist die größte Speicherbestückung, die derzeit auf einer einzelnen Karte verbaut wird, und sie macht die Karte ungewöhnlich empfindlich: Jeder Dollar, den ein Modul teurer wird, wirkt sich 32-fach auf die Materialkosten aus.
Ende Juli lag ein 3-GB-GDDR7-Modul bei etwa 60 bis 70 US-Dollar. Allein auf den Speicher entfallen damit grob 1.900 bis 2.200 US-Dollar, vor GPU, Platine, Kühlung und Marge.
Woher die Knappheit kommt
Die Speicherhersteller haben ihre Kapazitäten auf Server-DRAM und HBM für KI-Beschleuniger verlagert, wo die Margen höher liegen. Samsung hob die DRAM-Preise im dritten Quartal um rund 20 Prozent an.
Die RTX PRO 6000 ist deshalb kein Einzelfall. Auch GeForce-Karten wurden 2026 in mehreren Runden teurer, in der Spitze um bis zu 30 Prozent. Marktbeobachter erwarten den Höhepunkt der Preisentwicklung erst gegen Jahresende.
Was das für die Beschaffung bedeutet
Wer GPU-Hardware für 2026 budgetiert hat, sollte die Zahlen noch einmal prüfen. Ein Kauf zum jetzigen Zeitpunkt bedeutet, den bisherigen Höchstpreis zu zahlen und das Restwertrisiko einer Karte zu tragen, deren Preis wesentlich von einer Knappheit getrieben wird, die sich wieder auflösen kann. Dazu kommen schwankende Lieferzeiten.
Ein zweiter Punkt gehört in dieselbe Rechnung: Die Server Edition arbeitet mit 600 Watt, die Max-Q Workstation Edition mit 300 Watt bei gleichem Speicherausbau. Über zwei bis drei Jahre Laufzeit macht das bei Strom und Kühlung einen erheblichen Unterschied und begrenzt zugleich, wie viele Karten sich pro Höheneinheit sinnvoll betreiben lassen.
Wie sich die Preisentwicklung auf unsere GPU-Server auswirkt, besprechen wir gern im Einzelfall.